Medien

Wenn es darum geht, den „digitalen Wandel“ zu meistern, geht es den IT-Verlagen nicht anders wie den Verlagshäusern anderer Branchen: ein Patentrezept ist noch nicht gefunden, aber es werden eifrig Strategien entworfen, Ideen gesammelt und umgesetzt, um die Zukunftsfähigkeit des Hauses zu gewährleisten.

Ich habe mich zu diesem spannenden Thema mit den Geschäftsführern einiger großer IT-Verlage wie Heise oder IDG unterhalten. Das Ergebnis der Interviews gibt es nun hier in aller Ausführlichkeit.

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Es gibt sie noch, die Menschenfreunde, die Altruisten, die Selbstlosen, jene Leute, die zuerst an die anderen denken, Mitmenschen, die auch heute ganz nach der Maxime unseres Johann Wolfgang von Goethe leben: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut". Neulich haben sie sich anlässlich eines für sie erfolgreichen Gerichtsverfahrens geoutet. Es sind die deutschen Verlage und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Es ging um den Handel mit gebrauchten E-Books. Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. hatte gegen einen Online-Buchhändler geklagt, der in seinen AGs den Weiterverkauf von E-Books untersagt hatte. Das darf er, wie mittlerweile rechtskräftig entschieden wurde.

 

E-Book-Autor Goethe – stets Freund einer gut gefüllten Börse
Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Wir erinnern uns: E-Books, das sind diese digitalen "Inhalte", die man nicht verschenken, nicht verleihen, nicht auf ein anderes Lesesystem mitnehmen und eines Tages nicht einmal vererben kann, auch wenn man sie gekauft und vollumfänglich bezahlt hat – beziehungsweise man kann sie zwar voll bezahlen aber nicht wirklich kaufen, sondern man kann immer nur ein "Nutzungsrecht" erwerben, welches nicht übertragbar ist. Die betreffenden Kauf-mich-Buttons sind hier vielleicht ein bisschen ungenau:

Kaufen ohne zu kaufen – E-Book-"Kauf" bei Amazon

Kaufen ohne wirklich zu kaufen – E-Book-"Kauf" bei Amazon

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist mit dem Ausgang des Prozesses natürlich hochzufrieden.

"Das nun rechtskräftige Urteil ist ein wichtiges, positives Signal“, sagt Prof. Dr. Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Und nein, der Professor Sprang dachte dabei mitnichten an die Börsen der Verlage, für die er im gleichnamigen Verein eintritt. Er ist schließlich … siehe oben Goethe:  

„Die Entstehung eines ,Gebrauchtmarkts‘ für E-Books und Hörbücher kann weder im Sinne der Autoren, Verlage und Händler noch der Kunden sein. […]

Für Verlage wäre es unmöglich, digitale Buchinhalte gut und kostengünstig für den Leser anzubieten, die Autoren angemessen zu vergüten und gemeinsam mit dem Handel weiter an nachhaltigen und kundenfreundlichen Download-Modellen für Bücher zu arbeiten.“

Schluchz. Wir Leser sagen "Danke". Und ganz besonderen Dank dem Börsenverein im Namen der Börsen von Tausenden von angemessen vergüteten Autoren. Schnief.

Ich finde, man sollte soviel Edelmut angemessen honorieren. Ich schlage zum Beispiel vor, auch das Weiterverkaufen von gedruckten Büchern künftig zu untersagen:

Für Verlage wäre es sonst unmöglich, gedruckte Buchinhalte gut und kostengünstig für den Leser anzubieten, die Autoren angemessen zu vergüten und gemeinsam mit dem Handel weiter an nachhaltigen und kundenfreundlichen Buchhandlungen zu arbeiten.

Das klingt doch auch ziemlich gut, oder? Und hilfreich. Noch mehr Ideen? Sind E-Books nicht sowieso viel zu billig? Was könnte man mit der zusätzlichen Kohle nicht für noch kundenfreundlichere Modelle modellieren? Da müssen sich doch viel mehr nachhaltige Ideen finden lassen. Die Welt kann nicht edel genug sein.

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Heute haben wir für unseren Kunden Red Hat ein Marketing-Video umgesetzt. Daraus gewonnene Einzelstatements lassen sich auch für die Pressearbeit hervorragend nutzen: Zum Beispiel über eine Verlinkung in Form von Mailings für Interview-Pitches, Veranstaltungseinladungen oder auch als weiterführende Informationen in Pressemitteilungen. Der entscheidende Vorteil von Videos gegenüber geschriebenem Text: Sie transportieren Emotionalität durch die Visualisierung von Inhalten und Personen.

Impressionen vom Dreh:

  Kamera ab! (Bild: PR-COM, April 2014)  Studioaufbau (Bild: PR-COM, April 2014)

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In ihrem Beitrag „Mind the Gap“ der aktuellen Ausgabe des Manager Magazin (3/2014, Seite 82 ff.) wird Eva Müller zum Thema „Digitale Infrastruktur“ deutlich und fasst ernüchternd zusammen:

Verglichen mit Asien ist Deutschlands Internet so schlecht und rückständig, dass es allmählich zu einer echten Gefahr für den Standort wird.

Sie bezieht sich dabei auch auf Zahlen des „State of the Internet“ Report zum dritten Quartal 2013 unseres Kunden Akamai.

Auch wir haben in einem Video-Statement vor ein paar Wochen ähnlich resümiert:

Liebe Frau Müller, danke für diese klaren Worte. Wir sehen das genauso.

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Etwas mehr als zwei Wochen ist die deutsche Huffington Post nun im Netz. Und mit ihr ein schon im Vorfeld vieldiskutiertes Geschäftsmodell: Die Huffpo hat zwar eine 15-köpfige Redaktion, die ein paar News beispielsweise von dpa oder Spiegel Online übernimmt, darüber hinaus (sollen) die Beiträge vor allem von Bloggern kommen, die dafür aber nicht bezahlt werden. Das ist ungewöhnlich, aber nicht ganz neu, denn gerade der Generation Praktikum dürfte dieses Modell vertraut sein. Neu ist es allenfalls für den hinter der deutschen Huffpo stehenden Burda-Verlag, der bisher eher nicht zu den Protagonisten der Gratis-Kultur im Netz gehört hatte. Wobei die Huffpo das Modell kreativ weiterentwickelt: Die Autoren bekommen nämlich nicht nichts, sondern weniger, denn sie treten sämtliche Rechte an ihren Texten ab (also auch für eine zukünftige Verwertung), dürfen aber im Gegenzug die Haftung ganz behalten. Und sie kriegen natürlich jede Menge Ruhm und Ehre ab, "Reichweite" für ihre eigenen Blogs. Wofür sie vorerst nicht einmal was bezahlen müssen.

Dass dieses Modell bei den Bloggern, die mit an Bord sind, auf begeisterte Zustimmung stößt, versteht sich:

Nachrichten und Informationsgewinn durch „Schreiben darf fast jeder", denn hier liegt doch der echte Mehrwert für die Leserschaft, das Geniale an dem System Huffington Post. Ist das nicht auch ein Stück gelebte Demokratie? Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand - dem Smartphone, Tablet oder iPad. Zeitung wo man möchte, wann man möchte....haben wir nicht alle seit Jahren darauf gewartet?
Volker Müller, Social Media PR Manager - Quelle

Jetzt fragt man sich natürlich, warum dieser Social Media PR Manager darauf seit Jahren wartet und nicht einfach mal die Online-Ausgaben von Spiegel, Zeit, Bild oder SZ aufgerufen hat – ich habe gerüchteweise gehört, es soll hunderte solcher Seiten geben. Antwort: Weil hier das Wesentliche gefehlt hat, der Mehrwert für den Leser, der aber seltsamerweise nicht in einem besonderen Inhalt bestehen soll ("Deutschlands beste Augenärzte"), sondern offenbar darin, wer ihn schreibt: "Fast jeder". Es ist dieses behagliche Gefühl beim Lesen: "So hätt' ich's auch gekonnt." Leider genial. Da kann einem schon der Gaul der Begeisterung durchgehen:

Kinder und Erwachsene, Menschen wie Du und Ich, können jetzt aktiv eine Zeitung mitgestalten … muss man Möglichkeiten, die man vor Jahren nicht hatte, denn wirklich in Geld umrechnen? … Wir leben real, bewegen und kommunizieren online, haben virtuelle Freunde, die wir nie gesehen haben, bestellen Sachen, die wir nicht kennen und nun haben wir auch eine große Online Zeitung! 

So ist sie die Generation H: Sie ist nicht tot, bestellt unbekannte Sachen (wie wäre es mal mit einem Kilo Biberwachs?), lebt von Möglichkeiten, kann nicht rechnen und spart sich dafür das eine oder andere Satzzeichen.  

Damit hat die Huffpo schon angedeutet, wie wir uns die weitere Umsetzung des Modells H vorzustellen haben. Und gleich in der ersten Woche hat sie für einen Moment Einblick in ihre Erfolgsgeheimnisse gewährt. In dem Huffpo-Beitrag "Regeln für Blogs mit Perspektive" hat Andreas Herzog –  "Online Entdecker. Offline Aufklärer. Socialmediaherzog." – uns Normalbloggern erklärt, wie Bloggen auf Level H geht: "Eine saubere Rechtschreibung und ein guter Schreibstil sorgen dafür, dass Leser sich im Blog wohl fühlen (sic!) und mehr als nur die ersten Worte lesen."

Nicht neu, aber trotzdem wahr. Daher passen auch etwas schräge Satzgebilde: "Gerade als Unternehmen dient ein Blog mit seinen Artikeln der Imagebildung." (Ein Blog jetzt auch als GmbH?) Auch Stilblüten muss man nicht scheuen: "Ein Trend, der wiedergibt, was sich viele innerlich schon die ganze Zeit wünschen." Schließlich gehört zu einem H-Blogerlebnis auch ein kreativer Umgang mit Grammatik: mit einem Blog habe man, so Herzog, "langfristigen Einfluss über seine Beiträge".  

So also ist es gemeint: "Kinder und Erwachsene, Menschen wie Du und Ich, können jetzt aktiv eine Zeitung mitgestalten" – Generation H at work. Aber dass Burda dafür kein Geld rausrückt, ist auch klar. 

Meine Lieblingsgrafik aus der ersten Woche der Huffpo passt perfekt zu diesem Konzept; sie gehört in die Rubrik H-Physik und hat bei mir den Titel  "Gas ist auch nur Strom":

Quelle

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In einer Zeit, in der über die Zukunft der Print-Medien viel diskutiert wird, sind es doch erfreuliche Nachrichten, wenn gerade in unserer Branche ein neues altes Magazin den Weg zurück in die Medienlandschaft findet.

Zusammen mit Thomas Knüwer, Branchenblogger und Strategieberater, wird Weka Media Publishing das Internet Magazin neu auflegen. Eine 32-seitige Leseprobe ist bereits verfügbar und via Google Hangout wurde das neue Konzept vorgestellt:

Thomas Knüwer fasst seine neue Aufgabe so zusammen: „Aktuell gibt es weder für Digitalisten in analogen Unternehmen, die gesamte Dienstleister-Branche noch für Startups ein Sprachrohr, das ihre Bedürfnisse nach Information und Inspiration im digitalen Umfeld bedient. Das werden wir mit dem neuen Internet Magazin ändern."

Und auch Jörg Hermann, Chefredakteur und Bereichsleiter IT bei Weka Media Publishing, nennt als klares Ziel, „die Pflichtlektüre für die Digitale Wirtschaft zu werden“.

Wir finden die Leseprobe macht auf jeden Fall schon mal einen guten Eindruck und sind schon sehr gespannt auf die erste Ausgabe.

Ab dem 22. November wird das Internet Magazin als gedruckte Zeitschrift und Tablet-App im Handel erhältlich sein.

Quelle: WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH
 
 
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Heute Philosophie. Wie so oft kommen die ersten Antworten auf die letzten Fragen über Spiegel Online (SPON) zu uns Irdischen herab – diesmal merkwürdigerweise unter der Rubrik Wissenschaft:

Gott existiert tatsächlich. Ein Computer hat es mit kalter Logik bewiesen - das MacBook des Computerwissenschaftlers Christoph Benzmüller von der Freien Universität Berlin.

Ein MacBook hätten wir zwar auch zur Verfügung, aber wir ersparen es uns trotzdem, die Beweisführung selbst nachzurechnen, weil wir sie, wie so vieles von Crazy-Kurt und Spooky-Chris, ja sowieso nicht verstehen würden. Kant ist damit auch vom Tisch, aber für den kam das MacBook einfach zu spät. Und er hatte keinen Zugang zu SPON. Also kein Vorwurf an ihn. Dass es aber auch ohne dieses umständliche Hin- und Herbeweisen geht, konnte man im Forum zum betreffenden SPON-Artikel lesen: Ein Diskutant verwies in kalter Logik darauf, dass die Existenz des iPhone Beweis genug sei. So etwas Vollkommenes hätte kein Irdischer erschaffen können. Treffer.

Wir sind gespannt auf eine heiße Antwort der Kantianer aus Redmond.

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Gestern, am 1. August, trat das neue Leistungsschutzrecht in Kraft. 

So heiß umkämpft das LSR bei der Verabschiedung war, das Inkrafttreten ging so geräuschlos über die Bühne, dass man sich fragen konnte: war da was? Wer nicht gut aufgepasst hat, hat es verpasst.  

Google darf also seit Donnerstag nicht mehr "Snippets" aus dem Verlags-Content für sein Google-News nutzen, das verbietet nun das LSR. Seitens der Verlage hatte man sich vorgestellt, Google würde ein wenig vom Kuchen abgeben, also Snippets bezahlen. Offenbar denkt Google gar nicht daran. Darf nicht heißt daher jetzt konkret: Google hat die Verlage schriftlich um Erlaubnis gebeten, Snippets kostenlos verwenden zu dürfen. Wer nicht zustimmt, fliegt ganz raus, mit Snippet und Link. Absehbare Folge: Google darf. Bis auf die Rhein-Zeitung aus Koblenz haben alle Verlage, also auch die Vorreiter bei der Durchsetzung des LSR, Googles Ansinnen zugestimmt.

So ergaben sich folgende Unterschiede bei Google-News, am 31.7., also vorher:

und heute, am 2.8., also nachher

Frappierend nicht wahr? Google-News sieht aus wie immer. Bis auf die News aus Koblenz natürlich, die fehlen jetzt. 

Das LSR war irgendwie … wie kann man es schön formulieren? … ein Schuss in den Ofen. Stefan Niggemeier, Blogger und bekennender Gegner des LSR, verweist dauf, dass die Verlage zwar ein "gigantisches PR-Debakel" erzeugt hätten, aber noch lange nicht aufgeben würden. Die Google-News-Einwilligungserklärungen seien alle nur vorläufig, die Verlage würden derweil über Modelle nachdenken, wie sie trotzdem an Google-Kuchen kommen könnten. Bisher scheint ihnen da noch nicht viel eingefallen zu sein, genug Zeit zum Nachdenken wäre eigentlich gewesen. 

Das heißt: Erste Runde an Google, aber: Der Kampf ums Leistungsschutzrecht hat erst begonnen.

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