PR und Kommunikation

Ein bisschen gleicht der Beruf des PR-Beraters ja auch dem des Detektivs: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Themen und spannenden Trends im Bereich IT. Denn auf gar keinen Fall sollen unsere Kunden das erzählen, was alle anderen auch schon erzählt haben. 

Durch die stetig wachsende Informationsflut sind wir ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und innovativen Trends in den Bereichen Kommunikation und Public Relations, um die immer anspruchsvoller werdenden Zielgruppen zu erreichen. Aktuell hat es uns besonders der Bereich Virtual Reality angetan.

Bislang ist VR noch eher im Gaming-Bereich angesiedelt und hat den Ruf eines Geek-Gadgets. Und, zugegeben, ein bisschen befremdlich sehen die Brillen auch immer noch aus (wie unsere Kollegen Alain und Hanna erst kürzlich aus erster Hand erfahren durften). Hinter der Technologie verbirgt sich ein bisher noch wenig ausgeschöpftes Potenzial – insbesondere für die Unternehmenskommunikation.

Die Vorteile von Virtual Reality in der Unternehmenskommunikation:

1. Uneingeschränkte Aufmerksamkeit
Der Einsatz von VR-Brillen ermöglicht es dem Nutzer, in eine ganz eigene, dreidimensionale virtuelle Welt einzutauchen. Egal, was kommuniziert werden soll: Die ungeteilte Aufmerksamkeit des Rezipienten ist hier sicher. Unnötig zu erklären, dass das ein ganzes Eck mehr Spaß macht als das Lesen einer Pressemitteilung – ganz egal, wie locker-flockig sie geschrieben oder wie abgefahren das Schmuckbild ist.

2. Emotionale Wirkung
Außerdem lassen sich durch Filme deutlich schneller Emotionen transportieren als durch das geschriebene Wort. Natürlich darf man die eigentliche Botschaft nicht aus den Augen verlieren. Auch wenn der Kunde die Verfolgung durch einen Horror-Clown vielleicht nicht so schnell vergisst, hat sie mit der Performance der neuen Festplatte nicht allzu viel zu tun.

3. Erlebbare Consumer Experience
Virtual Reality ermöglicht Storytelling in einer ganz neuen Dimension. Inhalte und Botschaften werden durch das Eintauchen in eine virtuelle Welt zu einem echten Erlebnis: ob nun den Besuch eines Rechenzentrums oder den Spaziergang durch die Räumlichkeiten des zukünftigen Arbeitgebers.

Aktuell steckt der Einsatz von Virtual Reality in der Kommunikation noch in den Kinderschuhen, aber wir können kaum erwarten, mit unseren Kunden die ersten emotionalen Projekte umzusetzen.

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Viele Agenturen sagen:

Die Leser im B2B wollen genau so angesprochen werden wie Privatpersonen. Sie möchten fetzige Texte und Stories, die sie unterhalten, und bloß nicht mit Produkteigenschaften oder gar technischen Details gelangweilt werden. Sie sind ja schließlich auch ganz normale Menschen und deshalb interessiert sie das nicht die Bohne. Außerdem machen die Amis das auch so, und die sind ja bekanntlich die Größten, wenn es um Marketing und PR geht.

Was sie damit eigentlich meinen:

Wir haben keinen blassen Schimmer von den Produkten und Technologien unserer Kunden. Und wir haben auch nicht vor, daran etwas zu ändern, indem wir uns damit auseinandersetzen und uns in diese Themen einarbeiten. Das wäre ja furchtbar anstrengend.

Wir sagen:

Liebe Unternehmen, lasst euch keinen Bären aufbinden. Die Verantwortlichen investieren durch ihre Entscheidungen häufig viel Geld und riskieren damit einiges. Deswegen möchten sie sehr wohl über die genauen Eigenschaften eines Produkts und seine technischen Details informiert werden. Durch sie hebt sich ein Produkt schließlich meistens ab und wird damit überhaupt erst interessant. Diese Aspekte kann eine Agentur aber nur strategisch und überzeugend kommunizieren, wenn es sie kennt und versteht. Natürlich kommt es dabei auch auf die Verpackung an. Selbst die überzeugendsten Fakten werden nur wahrgenommen, wenn sie in lesenswerten und spannend geschriebenen Texten stehen. Aber einfach nur die Verpackung zum Inhalt zu machen und auf die Fakten zu pfeifen, das ist zu wenig.

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Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die traditionelle Form der zwanglosen, respektvollen Kommunikation nahezu ausgestorben ist.

Ein Gespräch – ob nun per Telefon oder von Angesicht zu Angesicht, ob privat oder geschäftlich – wird immer seltener. Die digitalen Errungenschaften und die Schnelllebigkeit der Zeit wirken sich auf die Art und Qualität unserer Kommunikation aus. Ein Beispiel? Zwei meiner Freunde standen vor Kurzem nebeneinander in der U-Bahn – sie schrieben über WhatsApp miteinander, bis ich dazwischen ging.

Auch der Büroalltag unterliegt einigen Veränderungen. Die E-Mail-Flut an manchen Tagen droht einen zu erschlagen. Das betrifft sowohl Quantität als auch Qualität der Nachrichten. Ich vermisse oft eine einfache Anrede, einen Gruß am Ende oder – ich weiß, das ist viel verlangt – genaue Informationen zu einem Projekt, simples Hintergrundwissen. Viele E-Mails gleichen einem Arbeitszuruf auf der Baustelle (Just realize the project!). Und oft weiß man als Empfänger der Nachricht nicht, worum es eigentlich geht. Das macht die Projektarbeit nicht gerade übersichtlich.

Eine Folge dieser „Ich-habe-keine-Zeit-für-nichts-Kommunikation“ ist, dass wir die Beziehung, unsere Bindung zueinander verlieren. Das betrifft mittlerweile leider auch die Kundenkommunikation. Egal in welche Richtung die Kommunikation verläuft: von Unternehmen-zu-Kunde, Unternehmen-zu-Unternehmen oder Unternehmen-zu-Dienstleister – es findet überall zeitgleich statt. Wir haben uns abgewöhnt, Tonlage, Gestik und Mimik als Teil der Kommunikation zu betrachten und reduzieren sie auf Textnachrichten, nur um augenscheinlich Zeit zu sparen.

Das ist traurig. Denn wie sollen Menschen eine Bindung zueinander aufbauen, ohne dass ihnen die Möglichkeit dazu gegeben wird? Allein das geschriebene Wort lässt wenig Spielraum für die persönliche Note (zumindest im Arbeitsalltag), dafür aber viel für Missverständnisse. Und das in einer Zeit, in der es nie zuvor so wichtig war wie heute, empathisch und kundenzentriert zu denken und zu handeln sowie präzise zu kommunizieren.

Hoffnung setze ich an dieser Stelle in die Videotelefonie oder die VR-Brillen. Sie verbinden die Menschen visuell über Entfernungen hinweg und fügen die getrennten Einzelteile der Kommunikation (Sehen, Hören, Fühlen) wieder zusammen.

Momentan ist es im Alltag doch oft noch leichter, zum Telefonhörer zu greifen als zur VR-Brille, um komplexe Sachverhalte gemeinsam zu analysieren. Doch auch das würde schon reichen, um den Umgang wieder zu normalisieren. Denn in der zwischenmenschlichen Beziehung geht es nicht nur um Worte, sondern darum, Gefühle, Gedanken und Ideen auszutauschen, für eine vertrauensvolle, respektvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit, die auf Empathie beruht.

Und ja, gut zu kommunizieren dauert Zeit und kostet Ressourcen. Aber wie viel mehr Ressourcen verschlingen missverstandene Arbeitsaufträge?

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Ich muss mich outen: Ich bin ein Fan von den IT-Business-Newslettern – beziehungsweise dem morgendlichen Begrüßungstext von eben diesen. Einfach köstlich! Gestern griff Heidi Schuster ein Thema auf, was mich auch schon seit längerem beschäftigt. Studien! Zu allem und jedem. Da gibt es nichts, was es nicht gibt. So hat A10 Networks den Application Intelligence Report rausgebracht mit dem Ergebnis, dass „im Gegensatz zum internationalen Vergleich nur 12 Prozent der Deutschen lieber ihre Hose verlieren würden als ihr Smartphone. In allen anderen Ländern gibt die Hälfte der Befragten an, lieber ihre Hose anstatt ihr Mobiltelefon verlieren zu wollen.“

Bitte???

Die Frage in der Studie war wie folgt gestellt: Wenn Sie einen der folgenden Gegenstände verlieren würden, welcher wäre Ihnen am liebsten? Antwort: Hose, Smartphone, Autoschlüssel oder Geldbörse. Hmpf! Ich stimme Schuster komplett zu, die schreibt: „Also mal ehrlich! Ich erwarte von jedem normal denkenden Menschen, dass er in diesem Fall lieber die Hose verliert. Denn die ist am wenigsten wert, hat keine Telefonnummern oder Fotos gespeichert und ist am leichtesten wiederzubeschaffen.“ (IT-BUSINESS-Newsletter vom 6. Juni 2017) Wie man letzten Endes seine Hose verliert, ist sicherlich eine andere Frage ...

Aber was soll mir das Ergebnis nun mitteilen? Man kann sich über den Unsinn dieser Studie sicher nicht streiten, enthüllt sie doch aber noch ganz andere Phänomene: Erstens nämlich, dass Studien jeglichen Themas den Globus überschwemmen. Zweitens, wenn man kein Thema hat, dann bastelt man sich eins. Und drittens, wenn eben rauskommen soll, dass man lieber die Hose als sein Smartphone verliert, dann stelle ich die Fragen eben dementsprechend. Egal, ob das Sinn macht oder nicht. Ganz nach dem Motto: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Interessant wären sicherlich auch die Antwortmöglichkeiten gewesen mein Kind, Smartphone, Autoschlüssel oder Geldbörse. Wie hätten Sie da entschieden? Oder Kassette, Amiga 500, Gameboy oder Smartphone? Hier befragen wir natürlich nur alle U25-Personen. Auf welche Superkräfte würden Sie eher verzichten können: Unsichtbarkeit, Selbstheilungskräfte, Gedankenkontrolle oder Adamantium-Krallen ... Na gut, lassen wir das.

Nehmen wir unser „Hosen-runter-für-das-Smartphone“-Thema wieder auf. Studien genießen nach wie vor eine hohe Glaubwürdigkeit, da sie unabhängig und nicht manipulierbar scheinen, die Meinung Dritter kundtun, weil sie auf Zahlen und Fakten beruhen und greifbare Ergebnisse liefern. Dass wir durchaus nicht immer alles glauben, sondern hinterfragen beziehungsweise uns mal die Grundlage der Ergebnisse anschauen sollten, zeigt auch ein aktuelles Beispiel, das gerade durch die Presse geht: „Der konzeptuelle Penis als soziales Konstrukt.“ Danach soll der Penis Schuld am Klimawandel sein. Diese Quatsch-Studie hat es tatsächlich in das renommierte Wissenschaftsmagazin „Cogent Social Sciences“ geschafft. Mit erfundenen Quellen, sinnlosen Sätzen und haarsträubenden Thesen, wie der Spiegel berichtet. Und was zeigt das? Wie einfach es ist, Unwahrheiten zu verbreiten – und das meint nicht nur Fake News über Facebook sondern ebenso Texte unter dem glaubwürdigen Deckmantel der Wissenschaft.

112,5 Prozent der unter 25-Jährigen halten den Gameboy für Adamantium-Krallen und würden dafür durchaus die Hose verlieren, wenn sie dafür das Smartphone gedanklich kontrollieren könnten ...

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Das mit der Kommunikation ist so eine Sache.

Wer sich nicht klar und deutlich ausdrückt, wird schnell missverstanden. Zu direktes Feedback führt zu Verstimmungen, und was es mit dem Subtext auf sich hat, wissen wir seit dem Beitrag meiner Kollegin „Sehr geehrter Ansprechpartner“. Und dann kommt noch erschwerend das Problem mit der Fachsprache dazu. So passiert es, dass fest definierte Begriffe für völlig andere Bedeutungen verwendet werden.

Anknüpfungspunkte für Missverständnisse gibt es genügend:  Zwischen Kollegen, Redakteuren oder dem Kunden. Umso wichtiger ist es, fachspezifisch präzise zu antworten und die richtigen Termini zu verwenden. Das ist leider nicht immer der Fall.

Beispiel Nummer eins: Der tägliche Wahnsinn – Fachspezifische Abkürzungen

In Unternehmen werden für die schnelle und einfache Kommunikation gern interne Abkürzungen verwendet. Das hat Vorteile, birgt aber auch Risiken: Es entsteht ein Wirrwarr aus Kürzeln, durch das keiner mehr durchblickt. Gerade als Externer ist dies schwer nachzuvollziehen. Kommunikationsprobleme sind vorprogrammiert: Oder wissen Sie auf Anhieb was diese Buchstaben bedeuten? BTA, GTIR, CM, GDPR, RVR, ...

Beispiel Nummer zwei: Briefing und Interview ist nicht das Gleiche

Wenn ein Kunde sich meldet und erzählt, dass er von einem Medium nach einem Interview gefragt wurde, ist das grundsätzlich etwas Schönes. Einige Zeit und Verwirrung später stellte sich die Situation dann aber ganz anders dar: Ich sollte einen Briefingtermin mit einem Kunden des Kunden organisieren, um eine gemeinsame Case Study zu schreiben, die dann später veröffentlicht werden soll. Genau! Ein gemeinsames Briefing ist etwas anderes als ein Interview mit einem Medium.

Beispiel Nummer drei: Freigaben

Freigabe-Prozesse mit unseren Kunden sind dafür da, um jegliche Form von Texten wie Artikel, Kommentare oder Pressemitteilungen abzustimmen und zu finalisieren, bevor diese an die Presse herausgegeben werden. So wird sichergestellt, dass nichts das Haus verlässt, dass der Kunde nicht auch zuvor gesehen und bestätigt hat. Andersrum funktioniert es leider nicht. Es ist nicht möglich, mit einem Artikel an eine Zeitschrift heranzutreten, ihn anzubieten und zu platzieren, um den Redakteur dann zu vertrösten, dass wir den Text so in der Form ja nicht veröffentlichen können, weil er nicht freigegeben ist. Auch wenn ich verstehe, dass Kunden die Meinung von Redakteuren schätzen, manche Abläufe, insbesondere bei Freigaben, können und dürfen nicht abgeändert werden.

Beispiel Nummer vier: Input ist nicht zwingend ein Artikel

Aber auch zwischen Redakteuren und uns verläuft die Kommunikation nicht immer reibungslos. Wir haben einen Schwerpunkt bei einem Magazin erfolgreich gepitcht und der zuständige Redakteur wollte zu einem spezifischen Thema gern einen Beitrag machen. (Die Betonung liegt darauf, dass er einen Beitrag erstellen wollte.) Hierzu forderte er Input von uns zum Kunden an. Wir haben ihm hierfür bereits erstellte Artikel und veröffentlichte Pressemitteilungen zur Verfügung gestellt und ebenfalls angeboten, seine möglichen Fragen schriftlich oder telefonisch zusätzlich zu beantworten. Darauf antwortete er in einer Mail, dass er jetzt irritiert sei, da er davon ausging, dass wir zusammen mit dem Kunden den Artikel erstellen.

Fazit: Ein Artikel kann zwar Input für einen anderen Artikel sein, Input ist aber nicht zwingend ein Artikel.

An diesen Beispielen wird ersichtlich, wie schnell Kommunikation einen in die Irre führen kann, wenn die Kommunikationspartner über unterschiedliches Fachwissen verfügen. Das führt ab und an zu einem schönen Lacher, aber manchmal erschwert es die Arbeit und sorgt für unnötige Mails und Telefonate.

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1. Inhalte

Gerade bei Pressegesprächen sollten Botschaften und Sachverhalte klar, eindeutig und verständlich vermittelt werden. Bringen Sie Beispiele und vor allem, folgen Sie einem roten Faden.

Kann Ihnen Ihr Gesprächspartner folgen? Ansonsten holen Sie ihn ab. Es geht nicht darum, alle Botschaften, die Sie vermitteln wollen, abzuarbeiten. Der Standpunkt eines Unternehmens, die eigene Sicht der Dinge – das ist es, was den Journalisten interessiert. Gerne angereichert durch persönliche Anekdoten und Erlebnisse. Versuchen Sie keine Marketing-Inhalte zu vermitteln oder Dinge zu „verkaufen“ – ansonsten wird es wahrscheinlich für längere Zeit das letzte Pressegespräch mit diesem Journalisten gewesen sein.

2. Körpersprache

Bringen Sie Ihre Körpersprache und die Inhalte in Einklang. Achten Sie auf eine aufrechte, offene Körperhaltung. Verschränkte Arme wirken abweisend und können ein Gespräch im Keim ersticken. Um das Gespräch lebendig zu gestalten, dürfen auch gerne die Hände eingesetzt werden. Maßvoll versteht sich. Achten Sie darauf, dass Sie nicht mit erhobenem Zeigefinger sprechen, das wirkt abschreckend.

3. Mimik

Ein positiver, freundlicher Gesichtsausdruck lädt zum Zuhören ein. Wirken Sie auf keinen Fall arrogant oder abweisend. Halten Sie während des Gesprächs Blickkontakt, so weiß Ihr Zuhörer, dass Sie voll und ganz bei der Sache sind.

4. Stimme

Versuchen Sie keine auswendig gelernten Inhalte wiederzugeben, das wirkt oft langweilig und einschläfernd. Leben Sie das, was Sie erzählen. Vermitteln Sie Ihre Energie mit Ihrer Stimme.

5. Kleidung

Hier gelten die Regeln wie bei einem Business-Meeting: Mit einem Anzug macht man alles richtig. Auch ein Blick auf das Schuhwerk verrät so einiges über den Träger. Hier müssen es nicht die teuren Designerschuhe sein, aber es sollte darauf geachtet werden, dass der Absatz nicht abgelaufen ist und die Schuhe geputzt sind.

Da ich es auch schon ganz anders erlebt habe, möchte ich noch ganz kurz auf das Begrüßungsritual (oder Verabschiedungsritual) eingehen: den Händedruck. Mit dem falschen Händedruck kann ein Gespräch vorbei sein, bevor es richtig angefangen hat; meine Lieblingsvarianten sind diese hier:

  • Toter-Fisch-Händedruck
  • Wackelpudding-Händedruck
  • Kneifzangen-Händedruck

Natürlich gibt es hier auch Zwischenstufen, die erspare ich uns aber. Ein fester, kurzer Händedruck ist der perfekte Start zu einem Gespräch (und auch ein perfekter Abschluss). Und bitte: Schauen Sie die Person, die Sie gerade begrüßen, an. Freundlich und offen.

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Referenzkunden sind das A und O für jedes Unternehmen, denn wie sonst sollte man beweisen, dass die eigene Lösung oder das Produkt auch tatsächlich das hält, was in Pressemitteilungen und Marketing-Kampagnen versprochen wird.

Ich habe kaum ein Interview in den letzten Jahren erlebt, in dem nicht nach einem Referenzkunden gefragt wurde. Besonders beliebt sind Referenzen natürlich für neue Produkte und Technologien. Leider halten sich Unternehmen dazu in Gesprächen oft bedeckt beziehungsweise sind vage, während sie in Pressemitteilungen hingegen sehr auskunftsfreudig scheinen.

Und genau hier kommen wir zu einem Paradox, das mir immer wieder begegnet: Während in Interviews Referenzkunden ein großes Thema für Journalisten sind, werden Pressemitteilungen über eben diese kaum beachtet. Deutsche Medien scheinen dann selbst von großen, weltweit bekannten Unternehmen wie British Airways noch nie etwas gehört zu haben, von kleineren Unternehmen ganz zu schweigen.

Woher also kommt die Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot in diesem Fall? Natürlich werden individuelle Geschichten statt Pressemitteilungs-Massenware bevorzugt, aber immerhin sind Kundenmeldungen doch schon mal ein guter Anfang, oder nicht? Denn vielleicht verbergen sich ja gerade hinter den kleinen Referenzunternehmen die wirklich spannenden und innovativen Geschichten.

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Wer heute Früh auch im Münchner S-Bahn-Chaos auf der Stammstrecke festgesteckt ist, weiß wahrscheinlich, wovon ich gleich schreiben werde, denn die Kommunikation in solchen „Ausnahmefällen“ ist meist verwirrend bis kurios.

Man möchte meinen, dass jeder Lokführer eine Art Kommunikationsschulung bekommen hat, damit er weiß, wie die Fahrgäste in solchen Fällen angemessen zu informieren sind. Oder, dass sie zumindest ein Handbuch vorliegen haben, mit Standard-Formulierungen, unter welchen man in solchen Fällen auswählen kann.

Aber weit gefehlt. Das merkt man spätestens dann, wenn auf bayrisch eine Schimpftirade aus dem Lautsprecher dröhnt, wenn wieder einmal die Lichtschranke blockiert wird und die S-Bahn am Weiterfahren hindert. Auch wenn die Beleidigung der Fahrgäste manchmal sehr eloquent vorgetragen wird, wie ich im Herbst hören durfte: „Irgendwie traurig, wenn man in einer so hochentwickelten Gesellschaft wie der unsrigen ein derart primitives Vorgehen noch erläutern muss.“ Wo er recht hat ...

Heute Morgen zog der Triebwerksschaden einer S-Bahn jedenfalls einen ausgewachsenen Stau nach sich. Als absehbar war, dass es „in Kürze“ (an dieser Stelle darf herzlich über diesen Euphemismus gelacht werden) wieder weitergeht, war davon die Rede, dass sich „das gestörte Fahrzeug langsam in Bewegung setzt“.

Ist ein Fahrzeug mit einer Störung gestört? Wie auch immer. Für Erheiterung sorgte die Formulierung in jedem Fall bei dem einen oder anderen Mitreisenden.

Ein Bekannter von mir saß in dem „gestörten Fahrzeug“ und durfte sich anhören, dass der Fahrdienstleiter überfordert sei. Auch im Regio, in den ich in der Zwischenzeit umgestiegen bin, wurden die 13 Minuten Verspätung der „Unfähigkeit der Fahrdienstleitung“ in die Schuhe geschoben.

Genau so läuft es leider oft ab – bei kleinen Krisen wie bei großen. Da äußern sich Mitarbeiter, die nie ein Medientraining – oder wie in diesem Fall – eine wie auch immer geartete Kommunikationsschulung erhalten haben. Gut, vielleicht haben sie auch davon gehört, dass man in Krisen möglichst transparent kommunizieren sollte. Dass es aber einen Unterschied macht, ob man von einem technischen Defekt spricht und diesen genauer benennt oder gleich Kollegen Unfähigkeit unterstellt, sollte eigentlich auf der Hand liegen.

In diesem Fall hätte es gereicht, sich einfach für die Verspätung zu entschuldigen. Nebenbei: 13 Minuten sind für leidgeplagte Bahnfahrer sowieso Usus und kein Grund für das Anzetteln eines Shitstorms.

Ich habe mir schon überlegt, all diese Lautsprecherdurchsagen zu sammeln, in ein für die Bahn angemessenes Wording zu „übersetzen“ und daraus das längst überfällige Handbuch zu machen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es bereits Kommunikationsrichtlinien, die in den Augen der Lokführer aber nur aus Floskeln bestehen, die sie den leidgeprüften Fahrgästen nicht zumuten wollen, und daher lieber frei von der Leber weg ihrem eigenen Frust Luft machen?

Für uns als Pendler mögen solche Äußerungen oft amüsant sein, aber aus Unternehmenssicht ist es nicht das beste Aushängeschild, wenn man mit internen Unzulänglichkeiten so offen hausieren geht.

Gute (Krisen-)Kommunikation sieht jedenfalls anders aus. Auch im Kleinen.

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Online-PR https://de.wikipedia.org/wiki/Online-PR wird oftmals nur als die Erweiterung der klassischen Pressearbeit im Internet betrachtet. Kein Zweifel, die direkte Kommunikation mit Journalisten ist nach wie vor sehr wichtig in der PR, um ein positives Medienecho zu erzielen und somit die Bekanntheit eines Unternehmens, einer Marke oder eines Produkts zu erhöhen. Online-PR jedoch bietet viele weitere Möglichkeiten, die Zielgruppen vor allem schnell zu erreichen – also nicht nur Journalisten, sondern auch andere Multiplikatoren – dank der vielen Facetten von Social Media. Egal ob Twitter, Foren, Blogs, Communities oder andere Plattformen zum Teilen von News, Bildern, Dokumenten und Meinungen, diese Dienste ziehen viele Nutzer an. Der Mehrwert für die PR ist damit klar. Hier besteht die Möglichkeit, laufende Diskussionen mitzugestalten, Blogkommentare und Forenbeiträge zu verfassen oder Facebook-Fans zu gewinnen. Wichtig ist jedoch auch hier die Spielregeln zu kennen und zu achten. Es ist nicht damit getan, ein Profil zu erstellen und einmal zu twittern. Kontinuität ist das Zauberwort. Wie bei allen Social-Media-Aktivitäten muss man ständig "am Ball bleiben" und Beziehungsarbeit leisten, das erfordert viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit.

Also alles anders bei Online-PR? Nein, Online- und Offline-PR können, besser sollten, sich gegenseitig ergänzen. Und wenn alle Kanäle gut und effektiv genutzt werden, erreicht das Unternehmen damit eine umfassende Aufmerksamkeit. Auch in der Online-PR sind die Regeln der klassischen, analogen PR gültig: Journalisten wünschen sich zielgruppenrelevante, leicht verständliche, vollständige und doch kompakte Informationen. Unwichtiges und Unpassendes wird schnell aussortiert und landet im digitalen Mülleimer. Für beides gilt also: Wenn eine "News" keine ist oder ein Produkt nicht überzeugt, kann auch die professionellste PR kaum helfen.

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