In eigener Sache: Unser Kollege Rainer Doh ist wieder als Krimiautor unterwegs

In eigener Sache: Unser Kollege Rainer Doh ist wieder als Krimiautor unterwegs

Vor einigen Jahren hat unser Redakteur Rainer Doh bewiesen, dass er nicht nur IT-Fachtexte schreiben kann, sondern auch Romane. Nach langem Warten ist endlich die Fortsetzung zu „Mordkap“ erschienen. In „Goldkap“ ermittelt wieder der norwegische Kriminalkommissar Arne Jakobson – nur spielt die Handlung dieses Mal auf dem Festland und nicht an Bord eines Schiffes.

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, unseren Kollegen über sein neuestes Werk auszufragen.

Übrigens gibt es auch einen Blog zum Buch. Wer also an weiteren Hintergründen interessiert ist, wird hier fündig: https://goldkap.wordpress.com

Können Sie uns in wenigen Sätzen zusammenfassen, worum es in „Goldkap“ geht?

Klar, kann ich – hier die Fassung mit < 500 Zeichen:  

In Nordnorwegen, 300 Kilometer hinter dem Polarkreis, ist wieder was Schreckliches passiert: Fischer haben einen deutschen Rechtsanwalt tot aus dem Wasser gezogen. Die Wasserleiche verdirbt dem sympathischen Kriminalkommissar Arne Jakobson das gute Sommerwetter. Auf der Suche nach dem Mörder findet er fast zu viele Verdächtige – erst recht als Gerüchte die Runde machen, in einer verfallenen Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg sei ein riesiger Goldschatz der deutschen Wehrmacht verborgen.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, eine Fortsetzung zu Mordkap zu schreiben?

Als ich im milden Licht der Mitternachtssonne auf den Ruinen der Bunkeranlage von Spåkenes stand und in die Ferne blickte: vis-á-vis die majestätischen Lyngen-Alpen, von fern grüßte das Eismeer – da dachte ich: ja, das muss aufgeschrieben werden. Eine Case Study fand ich unpassend, eine Pressemitteilung, nun, das wäre möglich gewesen, aber am Schluss lockte dann doch wieder das Verbrechen: Mord, Betrug, Körperverletzung, Strafvereitelung, unerlaubter Waffenbesitz, Falschparken, Ruinierung einer Währung, kommt alles vor. 

Wie kam Ihnen die Idee für die Story? Hat Sie etwas Bestimmtes inspiriert?

Ich bin auf die – wahre! – Geschichte mit der Auslagerung der norwegischen Goldreserven im Zweiten Weltkrieg gestoßen und fand sie sehr interessant. Es hätte sich vielleicht angeboten, einen historischen Krimi zu schreiben, das ist derzeit ja durchaus en vogue. Aber das liegt mir nicht – und bei fiktiven Stoffen kann man sich ja aussuchen, wie man die Sache anpackt. Also hab ich eine Story drum herum gestrickt – mit den (na ebenfalls wahren) Ruinen von Spåkenes im Mittelpunkt.

Als Sie das erste Buch angefangen haben zu schreiben, waren Sie im Norden auf Reisen. Wo waren Sie dieses Mal?

Natürlich wieder vor Ort, also weit hinter dem Polarkreis, wo es im Sommer nicht dunkel wird und wo die Pizza im Sommer und Winter 20 Euro kostet. Wie gesagt: Ich stand auf den Ruinen der Bunkeranlage von Spåkenes …

Können wir uns in näherer Zukunft über einen dritten Band freuen?

Ob es einen weiteren Band mit Arne Jakobson, dem sympathischen Kriminalkommissar aus Tromsø, geben wird? Die Leser von „Goldkap“ fragen sich natürlich, ob Arne und Johanna nicht doch noch zueinanderfinden. Hat ihre aufkeimende Liebe, die vom Schicksal (in diesem Fall also von mir) so jäh zerstört wurde, doch noch eine Chance? Und: Lernt Arne endlich vernünftig Autofahren? Möglicherweise müssen diese Fragen offen bleiben, das hängt nicht zuletzt vom Verkaufserfolg von „Goldkap“ ab.

An welches Genre trauen Sie sich gar nicht heran und worüber möchten Sie unbedingt einmal schreiben?

Fantasy wird es von mir sicher nie geben. Kinder- und Kochbücher ebenfalls nicht. Bücher über organische Chemie liegen mir auch nicht so. Also doch eher Krimis, aber es wird bestimmt nichts mit durchgeknallten Serienkillern geben, die ihren eingemauerten Opfern Botschaften an die Polizei in die Bauchdecke ritzen. Das geht gar nicht. Kriminalkommissare mit Alkoholproblemen und zerrüttetem familiären Background ebensowenig, das ist soooo ausgelutscht. Ich bevorzuge nicht ohne Grund den sympathischen Kriminalkommissar.   

Gerne würde ich einen Bitcoin-Krimi schreiben – vielleicht mit einem wahnsinnigen Chemiker, der seinen eingemauerten Opfern die Codes für Kryptocoins auf den Rücken ätzt? Aber da ich alles andere als ein Schnellschreiber bin (bei „Goldkap“ dauerte es vom ersten Entwurf bis zum Erscheinen mehr als zwei Jahre), läuft mir bei diesem Thema die Zeit davon; 2020 ist das definitiv kein Thema mehr. Alternativ vielleicht ein Sachbuch: Der schnelle Weg zum Rasenmäherführerschein, zum Beispiel.