Für ein neues Gesprächserlebnis

Für ein neues Gesprächserlebnis

Wäre ich Kulturphilosoph, würde ich an dieser Stelle vielleicht über Gesprächskultur philosophieren. Ich würde mich zum Beispiel darüber auslassen, ob sie in der Ära von Web und Facebook gelitten haben könnte. Und wie viel. Dabei wäre natürlich an Sokrates zu erinnern, den Urvater der Gesprächskultur. Und an Habermas, herrschaftsfreier Diskurs und so Sachen.

Alles viel zu kompliziert. Ich versuche es lieber mit einem Beispiel aus dem wirklichen Leben. Ich greife mitten hinein in ein Kundengespräch:

A: "Wir sind der Ansicht, dass es wichtig ist, die Wiese grün darzustellen, das kommt der Realität am nächsten. Also weitgehend."
B: "Sehr richtig, ich bin genau Ihrer Meinung. Das ist für uns zentral. Auch unsere Kunden erwarten, dass die Wiesen blau sind."
A: "Nun, wir dachten, eher an etwas Grünliches …"
B. "Da sind wir ganz auf einer Linie, ein schönes, sattes Blau. Sonst wirkt eine Wiese ja nicht. Wiesenblau eben." 
A: "Aber … wäre Grün vielleicht nicht doch … mehr optimal?"
B: "Absolut, ich sehe das genauso."

Also, das ist echt nicht die Schuld von Facebook und Konsorten. Oder doch? Wir sollten mal darüber sprechen.