Von falscher und erweiterter Intelligenz

Von falscher und erweiterter Intelligenz

KI ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Vorarbeiten und Vordenker aller Art gab es allerdings schon lange: Über Jahrhunderte hinweg wimmelte es in Legenden beispielsweise von Homunculi, dem Golem und anderen künstlichen Geschöpfen. Es gab aber auch Versuche, menschenähnliche Intelligenz in Form mechanischer Apparate zu produzieren. Ein vermeintlich technisches Wunderwerk seiner Zeit war der „Schachtürke“ aus dem Jahr 1770. Er spielte gegen Könige und Kaiser, und sogar der englische Mathematiker Charles Babbage verlor gegen ihn. Der Schachtürke war jedoch keine „KI-Meisterleitung“, sondern schlichter Betrug: In dem Automaten steckte ein Mensch. Auch heute noch versehen Anbieter in maßloser Übertreibung Computer oder Smartphones mit dem Etikett „KI“, weil sie über Sprachassistenten verfügen oder die Kamerafunktionen verbessern.

Was aber macht KI aus? Was unterscheidet echte Künstliche Intelligenz von Pseudo-KI? Das Herzstück der Künstlichen Intelligenz sind Algorithmen, die in riesigen Datenmengen Muster, Korrelationen und Trends aufspüren. Mit steigendem Datenvolumen werden Ergebnisse und Treffergenauigkeit immer besser. Bei intelligenten Fahrsystemen und beim autonomen Fahren trifft KI sogar völlig selbstständig die richtigen Entscheidungen – zumindest sind wir auf dem besten Weg dahin. 

Für die allermeisten Anwendungsszenarien ist KI jedoch nicht geeignet. Hier analysiert sie zwar die Daten und liefert Empfehlungen, etwa bei der medizinischen Diagnostik oder der Predictive Maintenance. Entscheiden muss letztendlich aber der Mensch. Manche sprechen daher in diesen Fällen von „erweiterter Intelligenz“, auch als Augmented Intelligence bekannt.