Open Source erobert die TK-Branche

Open Source erobert die TK-Branche

Anbietern proprietärer Systeme stehen stürmische Zeiten ins Haus. Open Source ist angetreten, eine der letzten Bastionen zu erobern, nämlich die IT-Systeme von Netzbetreibern. Auch dazu gab es übrigens wichtige Ankündigungen auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona, etwa von Dell und von Alcatel-Lucent. Aber der Reihe nach: Ob Breitbandzugang, Fest- oder Mobilnetz, bislang besteht die große Mehrzahl der Netzelemente für Sprach- und Datendienste aus proprietärer Hardware und nahtlos damit verzahnter Software. Implementierung und Betrieb sind teuer und zeitraubend. Bei Network Functions Virtualization (NFV) hingegen, über das unter anderem Alcatel-Lucent, Dell und Red Hat in Barcelona sprachen, geht es um die Abkehr von dedizierter Hardware und die Umsetzung von Netzfunktionen in Software. Das Ganze läuft auf handelsüblichen x86-Servern unter Linux.

Wichtige Anregungen zu NFV kommen übrigens aus dem Open-Source-Projekt Open Daylight. Da ist der Name Programm. Mitglieder sind Netzwerkausrüster wie Juniper Networks und Huawei, aber auch Dell, Red Hat, Intel und einige andere. Alle Komponenten der Open-Daylight-Software stehen unter Open-Source-Lizenzen.

In der Finanzindustrie hat sich Linux bereits etabliert und für frischen Wind gesorgt. Als nächstes folgt die TK-Branche. Es gibt also genügend Gründe dafür, dass auch Unternehmen sich endlich von ihren Altlasten in den Rechenzentren befreien. Proprietären Systemen bleiben allenfalls Nischen, in allen anderen Bereichen wird Open Source für Innovationen sorgen.