Die Zukunft der Arbeitswelt (4) – Office, Home Office, Office from home: Was darf's denn heute sein?

Die Zukunft der Arbeitswelt (4) – Office, Home Office, Office from home: Was darf's denn heute sein?

Immer mehr Aufgaben sind digital zu erledigen. Mittels Mail, Online-Kommunikationsmittel wie Videokonferenzen und Virtualisierung wird es immer einfacher, Mitarbeiter von extern in Arbeitsprozesse einzubeziehen. Arbeitsgeräte werden immer leichter, kleiner und mobiler. Wozu also noch ins Office gehen? Flexible Arbeitsmodelle stehen hoch im Kurs. Denn Geräte und IT-Infrastruktur, insbesondere für Wissensarbeiter, bieten große Freiheiten.

Mehr und mehr Unternehmen ermöglichen Home-Office-Tage oder gar ein komplettes Arbeiten von zuhause aus. Andere erlauben zumindest von Fall zu Fall das "Office from Home". Denn macht es wirklich Sinn, nach einem Arzttermin morgens um 10 und einer halbstündigen Fahrt gegen Mittag im Büro aufzuschlagen oder spart es nicht Zeit und Nerven, die sinnvoll für die Arbeit genutzt werden können, an diesem Tag von zuhause aus zu arbeiten? Und für ein „Morgen arbeite ich von zu Hause aus“ erntet man doch meist erst mal ein „Oh, echt, das geht bei dir? Klasse!“. Büro-Outsourcing steht also hoch im Kurs. Möchte man meinen.

In Deutschland heißt es nämlich nach wie vor "Office is King!", wie die Ergebnisse der Evolving Workforce-Studie 2014 von Dell zeigen. Fakt ist, das klassische Büro ist nach wie vor der bevorzugte Arbeitsplatz der Deutschen. Ganze 95 Prozent verbringen zumindest einige Zeit in den Büros ihres Unternehmens, 65 Prozent sogar mehr als drei Viertel ihrer Arbeitszeit und 53 Prozent arbeiten dabei sogar in einer traditionellen Büroumgebung: jeder an seinem Schreibtisch, Fikus und Familienfoto neben dem Desktop.

So beliebt es auch ist, das Arbeiten im Büro hat auch seine Kehrseiten: Unterbrechungen von Kollegen, die um Rat fragen, der Plausch in der Kaffeeküche, der sich gerne mal in die Länge zieht ..., das alles kostet wertvolle Arbeitszeit und stört die Konzentration in der eigentlich doch so hoch gelobten klassischen Arbeitsumgebung. Und was ist mit dem sozialen Aspekt, dem persönlichen Kontakt, der im Home Office angeblich fehlt? Sind wir doch mal ehrlich, wie oft nehmen wir das Telefon oder schreiben eine E-Mail statt zum Kollegen ins Büro nebenan zu gehen?

Da kommen die Befürworter des Home Office ins Spiel: Auch wenn 70 Prozent der Deutschen laut der Dell-Studie überzeugt sind, dass sie im klassischen Büro am effektivsten arbeiten, glaubt auch die Hälfte, dass man im Home Office produktiv tätig sein kann, trotz dem Kühlschrank, der Ablenkung Nummer 1, den Kindern und dem Postboten.

Und nun? Was ist besser, was schlechter? „Jedem das Seine“ scheint das Patentrezept zu sein. Denn wir wünschen uns doch alle einen „Ort des guten Arbeitens“ und der ist je nach Lebensphase anders: Berufseinsteiger kommen vorwiegend noch gerne ins Büro, Familienmütter oder -väter arbeiten teils im Büro, teils von zuhause und Freelancer sind ohnehin ständig unterwegs und arbeiten mobil.

Und die Frage nach der Produktivität? Hier gilt das Gleiche: Mitarbeiter arbeiten dort am besten, wo sie sich wohl fühlen. Und es liegt am Arbeitgeber, seine Arbeitnehmer als Individuen zu verstehen und ihnen zu ermöglichen, die beste Arbeit in ihrer bevorzugten Umgebung zu leisten.