Pressearbeit

Fast täglich erreichen uns Anfragen von Journalisten nach passendem Bildmaterial zu Pressemeldungen, Fachartikeln oder Case Studies unserer Kunden.

Journalisten schätzen den einfachen Zugriff auf Bildmaterial, um ihre Magazine zu illustrieren. Versetzen Sie sich einmal in die Lage eines Redakteurs, der regelmäßig unter Zeitdruck arbeitet und gleichzeitig den Anspruch hat, seinen Lesern wichtige Informationen anschaulich zu vermitteln. Wenn Sie sich für die kommende Ausgabe für einen von zwei qualitativ sehr gut geschriebenen Artikeln entscheiden müssten, welchen würden Sie nehmen? Den, zu dem es aussagekräftiges Bildmaterial gibt, oder den ohne?

Gut illustrierte Beiträge stechen aus der Flut an Informationen, der wir heutzutage ausgesetzt sind, heraus und ziehen die Aufmerksamkeit der Leser auf sich.

Das gilt auch für Unternehmens-Accounts in den sozialen Netzwerken. Bilder sind der Schlüssel, um Aufmerksamkeit zu erregen und die Follower zu Interaktionen zu bewegen. Neben der Qualität des Bildmaterials und einer einheitlichen Bildsprache zählt hier Spontanität und die Bereitschaft, sich ein Stück weit in die Karten schauen zu lassen. Social-Media-Nutzer interessieren Blicke hinter die Unternehmensfassade. Und es gibt soviel zu erzählen: Stellen Sie Ihre Mitarbeiter vor. Geben Sie Einblicke in Ihren Arbeitsalltag. Lassen Sie Ihre Follower an Ihrer Freude über ein gelungenes Firmen-Event mit einem Bild teilhaben. Oder teasern Sie ein neues Produkt mit einem originellen Foto an.

Und wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, dann fragen Sie Ihre Mitarbeiter oder lassen Sie sich beispielsweise von unserem Facebook-Account) inspirieren.

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Fünf Tipps für Ihre Pressebild-Datenbank

  • Zur Grundausstattung Ihrer Bilddatenbank gehören Porträtaufnahmen des Geschäftsführers und weiterer presserelevanter Mitarbeiter sowie Produktfotos. Beliebte Motive sind auch Aufnahmen von Mitarbeitern bei der Arbeit, Details aus der Produktion oder Kunden bei der Produktnutzung. Je authentischer und weniger gestellt, desto wirkungsvoller.
     
  • Nehmen Sie Geld für einen professionellen Fotografen in die Hand. Diese sind Experten darin, Personen und Objekte optimal in Szene zu setzen und Stimmungen einzufangen.
     
  • Um komplexe Themen oder Prozessabläufe verständlich aufzubereiten, bieten sich übersichtlich gestaltete Grafiken oder Infografiken an. Auch hierfür gibt es professionelle Dienstleister, die wissen, worauf es ankommt.
     
  • Denken Sie bei der Konzeption der Bilder daran, dass diese für die Darstellung auf verschiedenen Kanälen geeignet sind, also nicht nur in Printmagazinen funktionieren, sondern beispielsweise auch auf Smartphones wirken können.
     
  • Stellen Sie das Bildmaterial in hoher Auflösung im Pressebereich Ihrer Webseite leicht auffindbar zum Download bereit – und vergessen Sie nicht, eine aussagekräftige Bildbeschreibung mit Angabe der Bildquelle zu ergänzen.
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Ein Leben ohne Social Media? Kaum mehr vorstellbar. Auch Unternehmen haben die Bedeutung von Social-Media-Kanälen für die interne und externe Kommunikation längst erkannt und in Ihre Unternehmenskommunikation integriert – viele leider ohne konkrete Strategie. Deswegen holen sich einige Unternehmen einen erfahrenen Partner ins Boot, um in die Social-Media-See zu stechen, während andere einen überstürzten Kopfsprung in unbekannte Gewässer wagen.

Wir haben fünf Tipps zusammengestellt, die Unternehmen bei der Umsetzung einer erfolgreichen Social-Media-Strategie beachten sollten.

1. Where’s the beef?

Wie überall gilt auch im Web 2.0: Wenn du nichts zu sagen hast, dann sag lieber nichts. Gerade in Sozialen Netzwerken kann das weitreichende Folgen haben: Wer nichts Spannendes zu erzählen hat, wird schnell abgestraft. Das „Entfolgen“-Knöpfchen ist halt doch noch ein wenig schneller und anonymer gedrückt als eine „Unsubscribe“-Mail.

2. Was wollen wir heute twittern?

In der internen und externen Kommunikation sind lange Freigabe- und Abstimmungsprozesse häufig an der Tagesordnung. Doch um an tagesaktuellen Branchendiskussionen in Sozialen Netzwerken teilzunehmen, bleibt dafür nicht viel Zeit. Umso wichtiger ist es, die Aktivitäten im Vorfeld so detailliert wie möglich abzustimmen. Dürfen Artikel von Wettbewerbern geteilt werden? In welchem Bereich will sich das Unternehmen positionieren? Nach dieser Planung sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern bzw. der beauftragten Agentur soweit vertrauen, dass keine weitere Abstimmung mehr nötig ist. Denn Hand aufs Herz: wie aktuell kann ein Tweet sein, der einen Monat im Voraus abgestimmt wurde?

3. Vertrauen ist gut – Kontrolle aber auch

Eine aussagekräftige Erfolgsmessung in Sozialen Netzwerken allein über die Anzahl der Follower ist nicht ausreichend. Viel wichtiger sind Retweets, Likes und Kommentare, denn den Algorithmen von Google und Facebook ist unsere Follower-Zahl herzlich egal. Im Netz stehen zahlreiche (auch kostenfreie) Tools zur Verfügung, um den Erfolg in Social-Media-Kanälen zu messen. Ein Klick lohnt sich.

4. Aktion – Reaktion

Die Aktivität auf Social-Media-Plattformen darf sich nicht allein auf das Posten von interessanten Meldungen beschränken, vielmehr müssen Unternehmen sich aktiv vernetzen und Kontakte pflegen. Darüber hinaus ist eine schnelle Reaktionszeit entscheidend: Kommentare oder Kritik sollten nicht zu lange unbearbeitet bleiben – egal ob Lob oder Shitstorm-Flut.   

5. Drama, Baby!

Eine Sache bereitet vielen Unternehmen großes Kopfzerbrechen: Soziale Netzwerke brauchen Emotionen. Kommentare, über die wir unsere Köpfe schütteln; Videos, die uns zum Lachen bringen; Artikel, die uns nachdenklich machen. Natürlich eignen sich auch weniger emotionale Inhalte, dennoch gilt: Im Web 2.0 darf man sich ruhig auch einmal etwas trauen!

Abschließend lässt sich festhalten: Ein erfolgreicher Social-Media-Kanal erfordert ebenso viel Planung, Aufwand und Zeit wie die Umsetzung klassischer PR-Instrumente. Deswegen: Machen Sie #socialmedia. Aber nehmen Sie sich Zeit dafür!

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Wenn wir PR-Berater unseren Familien und Freunden von unserer Arbeit erzählen, ernten wir ab und zu verwunderte Blicke. Dann fragen wir uns, was an der Erzählung nicht verständlich war? Die Aussage, ich habe eine Medienliste mit Tier-1-Publikationen für eine Pitch-Präsentation recherchiert, ist doch eindeutig. Oder etwa nicht?

Wenn ich genau darüber nachdenke, gibt es doch einige Ausdrücke, die für uns PR-Berater selbstverständlich geworden sind, und wir setzen diese auch gerne in privaten Unterhaltungen ein. Nachdem mir das mal wieder bewusst geworden ist, habe ich angefangen, eine Liste mit Begriffen zu erstellen. Und herausgekommen ist das PR-ABC. Würde ich noch länger an der Liste arbeiten, würden mir bestimmt noch weitere Begriffe einfallen. Überrascht hat mich, dass ich tatsächlich jedem Buchstaben mindestens einen Ausdruck zuordnen konnte. Selbst für die eher „unpopulären“ Buchstaben wie C, U,V oder W gibt es gleich mehrere Begriffe – bei dem Spiel Stadt, Land, Fluss dagegen bedeuten diese Buchstaben nahezu eine Null-Runde.

A = Agentur, Advertorial, Anzeigenpreise, Auflagen, Agenturrabatt, Activity Report, Analysten, Akquise

B = B2B/B2C/B2One, Budget, Blog, Briefing, Belegexemplar, Buzzwords, Briefing Book, Best Practice, Blogger Relations, Boilerplate, Bildmaterial, Broschüren, Brand Campaign, Branche

C = Case Study, Corporate, Call, Clippings, Customer Journey, Content is King!, Company Profile, Content Roadmap, Coverage, Clipping-Dienst, Channel, CVs, Checkliste

D = De-brief, DACH-Region, Dos und Don’ts, Digital Content

E = E-Mail, Excel, Embargo, Editorial Calendar, Experte, EMEA, Externe PR, Enterprise, ePaper

F = Fachartikel, Facebook, Flickr, Fremdkosten, Fact Sheet, Facts & Figures, Fragebogen, Freelancer

G = Google+, Gerätetest, Guidelines, Gewinnspiele, Grafiken

H = Handling Fee, Headline, Hub

I = Interview, Instagram, Infografik, Info-Mail, Interne PR, Input

J = Journalisten

K = Konzept, Kunden-Event, Kommentar, Krisen-PR, KVAs, Kommunikation, Key Performance Indicator (KPI), Kampagnen, Kick-off

L = LinkedIn, Launch, Lead Agency, Logos, Leitfaden, Locations

M = Messen, Maßnahmen, Meeting, Medien, Media-Mix, Media Alert, Medientraining, Mailing, Mediadaten, Messaging, Mediendienstleister, Materndienst, Multichannel-Commerce, Marketingplanung, Marktübersicht, Media Mapping, Media Audits, Media-Kooperationen

N = Neue Kanäle, Newsletter, News Room, Networking

O = Online-Medien, OOO (= Out of Office), Opportunity

P = Presseinformation, Pitch, Powerpoint, Pinterest, Presse-Tour, PDF, Print-Medien, Projektplanung, Presse-Lunch, Pressemappe, Press Office, PR-Planung, Positionierung, Presseanfragen, Portale, PR-Ergebnisse, Produktinfos

Q = Quellennachweis, Quartalsplanung, Q&As

R = Retainer, Reichweite, Redaktionsschluss, Roundtable, Road Show, Reporting, Redaktionsbesuche, Recherche/Research, Redaktion, Return on Investment (ROI)

S = Strategie, Social Media, Speaking Opportunities, Studien, Sonderthemen, SWOT-Analyse, Sprecherliste, Stakeholder, SEO, Statement

T = Twitter, Tier 1 und Tier 2, Testimonial, Trendthemen, Templates, Themenplan

U = Umfragen, Unique Selling Proposition (USP), Übersetzungen

V = Veröffentlichungen, Videos, Verteiler, Vertikal-Medien, Vorlagen, Verträge, Veranstaltungskalender

W = Word, Workshops, Website, Whitepaper, Wording, Wirtschaftspresse, Wettbewerb

X = XING

Y = YouTube

Z = Zielgruppen, Zeiterfassung, Zitate

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Im Urlaub oder vor dem Besuch eines etwas besseren Restaurants ist es längst üblich, dass sich der geneigte Gast/Kunde vorab ein wenig über die wichtigsten Gepflogenheiten des Ortes, den er besuchen möchte, informiert. Was ist höflich? Was sollte man tunlichst unterlassen? Und was ist eventuell sogar strafbar? Regelwerke für den richtigen Benimm in den unterschiedlichsten Situationen sind zahlreich.

Auch in der PR und in der Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Unternehmen gibt es ein paar Regeln und Gebote. Man wird zwar nicht gleich verhaftet, wenn man sich nicht daran hält, aber PR-Mitarbeiter – sowohl auf Unternehmens- als auch auf der Agenturseite – sind gut beraten, ein paar Dos und Don’ts zu beherzigen, wenn sie eine gute und erfolgreiche Pressearbeit machen wollen.

Was selbstverständlich klingt, ist es leider nicht immer (das können Sie mir glauben), deshalb folgen hier nun zehn gut gemeinte Ratschläge, die einem, wenn man sie denn beherzigt, das PR-Arbeitsleben deutlich erleichtern können.

  1. Kommunizieren Sie Ihre News – aber nur, wenn Sie welche haben
    Natürlich haben Unternehmen manchmal die rosarote Brille auf, wenn es um ihre eigenen Produkte geht: etwas Besseres, Effizienteres, Zeit- und Umweltschonenderes gibt es nicht. Trotzdem sollte nicht jeder zündende Gedanke gleich in eine Pressemitteilung gegossen werden. Vergewissern Sie sich, gegebenenfalls auch in Rücksprache mit Ihrer Agentur, ob der Newswert Ihrer Ankündigung stimmt. Die Journalisten werden es Ihnen danken.
     
  2. Verwechseln Sie nicht Pressearbeit mit Werbung
    Ein Fachtext oder Kommentar ist in mancher Augen das ideale Vehikel für Werbebotschaften. Möööp, Fehlanzeige! Gute Fachtexte zeichnen sich durch Herstellerneutralität aus und beleuchten am besten Trends, Themen oder Probleme, die für eine breite Zielgruppe von Interesse sind.
     
  3. Geizen Sie nicht mit Informationsmaterial
    Sie haben eine interessante Neuigkeit, die Sie einer breiten Öffentlichkeit vorstellen wollen? Glückwünsch, das ist schon mal gut! Die Information, dass bald ein tolles neues Produkt oder eine Lösung (Achtung Buzzword!) auf den Markt kommt, reicht allein aber nicht unbedingt aus. Stellen Sie sicher, dass Sie auch relevantes Informationsmaterial zur Verfügung stellen, angefangen bei Bildern über Preis- und Verfügbarkeitsangaben bis hin zu weiterführenden Unterlagen wie Datenblättern oder Broschüren.
     
  4. Deadlines brauchen Vorlauf
    Informieren Sie Ihre PR-Mannschaft rechtzeitig über neue Produkte und geplante Ankündigungen. Leider können wir die Zeit weder verlangsamen noch anhalten und die Aufforderung „Es wäre schön, wenn wir das heute noch rausschicken könnten“ ist für viele PRler so etwas wie ein rotes Tuch. Auch wenn es manchmal nicht so aussehen mag, aber in einem überzeugenden Pressetext steckt viel Arbeit und eben ein gewisser Zeitaufwand.
     
  5. Klare Ansagen wirken oft Wunder
    Redakteure und PR-Mitarbeiter brauchen Briefings. Je konkreter Sie vor einem Projektstart Ihre Vorstellungen und Ziele formulieren und mitteilen, welche Informationen Sie kommunizieren möchten, umso wahrscheinlicher werden Sie das gewünschte Ergebnis bekommen.
     
  6. Feedback ist keine Stadt in Oklahoma
    Gerade in der Zusammenarbeit mit Agenturen ist dieser Punkt wichtig. Falls Sie mit einem Textvorschlag mal nicht zufrieden sind (und das ist absolut in Ordnung), dann sagen Sie klipp und klar, was sie stört. Mit einem simplen „Gefällt mir nicht“ ist niemandem geholfen.
     
  7. Erscheinen Sie zu Terminen
    Nein, dieser Punkt ist nicht überflüssig und gilt gleichermaßen für PRler, Journalisten sowie Unternehmen. Vor allem bei persönlichen Treffen wie Interviews kann ein Nichterscheinen einer der genannten Parteien zu großem Unbehagen und Frust über die vertane Zeit führen. Übrigens sind Absagen, die erst am Tag des eigentlichen Termins eingehen, ebenso wenig wünschenswert und sollten im Fall der Fälle zumindest begründet werden.
     
  8. Schlafen Sie bei Interviews nicht ein
    Sie halten das für einen Scherz? Haben wir leider schon erlebt. Und glauben Sie mir: Auch wenn die Vorteile von Powernapping wissenschaftlich erwiesen sind, so was ist für niemanden wirklich angenehm.
     
  9. Lassen Sie sich beraten
    Agenturen sind Experten auf ihrem Gebiet und dazu da, Sie zu beraten. Also nehmen Sie das ruhig auch an. Es ist absolut unstrittig, dass Unternehmen ihre eigenen Produkte und Kunden am besten kennen. Aber gerade der Blick von außen ist bei der Pressearbeit Gold wert und sorgt mit dafür, dass Ihre Kommunikationsziele erfolgreich umgesetzt werden können.
     
  10. It’s all about people
    Rufen Sie sich ab und zu ins Gedächtnis, dass wir es in der PR und Kommunikationsarbeit immer mit Menschen zu tun haben. Und die haben ihre Macken, Vorzüge und Launen. Eine Prise Verständnis hie und da, gepaart mit den klassischen Regeln der Vernunft – und schon geht die Arbeit leichter von der Hand.
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Wer heute als Journalist publizistische Wirkung erzielen möchte, muss nicht nur verstehen, wie soziale Netzwerke funktionieren, sondern sie auch nutzen, füttern und auf sie reagieren – so viel ist klar.

Bis vor einigen Jahren galt als Maßstab des Erfolgs von Journalisten noch, ob und wie oft eine Geschichte von „Leitmedien“ wie der Süddeutschen, FAZ und Co. aufgegriffen und zitiert wird: Wer oft zitiert wird, kommt in die Köpfe, positioniert sein Blatt als Leitmedium und wird am Ende vom Leser gekauft – so die elitäre Theorie, die heute im Zeitalter von Facebook und Co. überholt ist, denn früher entschied der Journalist und die Leser blieben außen vor. Was heute zählt sind Zitate-Rankings von Rivva oder 10000Flies, die zeigen, welche Artikel in den sozialen Netzwerken wie oft geliked und geteilt werden. Und damit, welche Nachrichten die Leser interessieren ­– manchmal sogar andere als diejenigen, die Journalisten der Tagesschau, des Mannheimer Morgen oder des Buxtehuder Tagblatts als relevant ansehen. Wird ein Beitrag vielfach geliked, geteilt oder per Twitter weiterverbreitet, hat der Journalist seine Leser und damit sein Ziel erreicht. „Social is our Frontpage“ sollte nicht nur bei der Huffington Post gelten.

Schon heute publizieren laut einer BITKOM-Studie 79 Prozent der deutschen Journalisten in sozialen Medien und Blogs. Und um hier lesergerecht zu schreiben, liegt die Recherche auf eben diesen Plattformen nahe. Dieses Potenzial hat auch Facebook erkannt und schaltet sich ein: Nachdem Facebook Verlinkungen den Kampf angesagt hat und Zeitungsinhalte künftig direkt bei sich veröffentlichen will, führt das soziale Netzwerk das Recherche-Tool Signal speziell für Journalisten ein – ein vermeintliches „Wunderwerkzeug“, mit dem sie leichter und schneller Inhalte aus dem sozialen Netzwerk finden, aufbereiten und einbinden können. Journalisten bekommen aktuell viel diskutierte Themen oder eine Übersicht angezeigt, welche Berühmtheiten auf Facebook in Echtzeit am meisten diskutiert werden. Mit Signal können sie Instagram genauer nach Hashtags durchsuchen und erhobene Datenvergleiche einbinden. Verfügbar ist Signal aktuell auf individuelle Anfrage.

Was bedeutet das für die PR? Sind Pressemitteilungen überflüssig? Posten und teilen wir Presseinformationen oder gar nur Links zu neuen Produktseiten nun auf Facebook? Greifen Journalisten Userkommentare auf, anstatt sich an faktischen Unternehmensinformationen zu orientieren? Noch ist es nicht so weit, noch ist die Pressemeldung das mehrheitlich genutzte Informationsmittel und noch nutzt der ein oder andere Journalist auch das Telefon – und wenn auch nur, um sich rückzuversichern, ob die Informationen, die er im Netz aufgegriffen hat, auch tatsächlich stimmen.

Trotz aller Diskussionen, was man Facebook und Co. zu Gute halten muss, sind die Aktualität, die Unmittelbarkeit und das darin gespiegelte Meinungsbild.

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Die Pressemitteilung gehört zum PR-Alltag dazu und ist nicht wegzudenken. Aber ist diese Denkweise noch zeitgemäß? News verbreiten sich doch mittlerweile rasant über beispielsweise Social- Media-Kanäle. Nur ein Post bei Facebook oder Twitter reicht schon aus und der Inhalt geht um die ganze Welt. Daneben wirkt die gute alte Pressemitteilung wie eine Schnecke, die ewig braucht, um ans Ziel zu kommen.

Es gibt vermehrt Kritiker, die der Meinung sind, dass die Pressemitteilung ausgedient hat. Andere Formate seien zeitgemäßer wie Blogs, (Echtzeit-)Videos, Tweets, Facebook- und Instagram-Postings oder Infografiken. In welcher Form eine News auch verbreitet wird, eins bleibt gleich: Content ist King! Ist der Inhalt nicht relevant oder kreativ, hilft auch kein Facebook, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Des Weiteren sollte ebenfalls berücksichtigt werden, um welches Produkt und um welche Zielgruppe es geht. Insbesondere bei B2B-Themen werden die Zielgruppen nicht unbedingt über die Social-Media-Kanäle erreicht. Daher macht es weiterhin Sinn, Pressetexte direkt an Journalisten zu senden. Diese veröffentlichen die News in Fachzeitschriften oder auf Onlineseiten, die von Interessierten gelesen werden.

Ist es demnach nicht falsch, von der Abschaffung der Pressemitteilung zu sprechen? Vielmehr gibt es mehr Kanäle, über die eine News verbreitet werden kann. Schließlich hat sich die Art des Versands stets weiterentwickelt. In den 80ern und 90ern wurde die Pressemitteilung per Post oder per Fax an die Medien gesendet. Nur weil sich der Versandweg geändert hat, wurde die Pressemitteilung nicht gleich abgeschafft. Heute schicken PR-Agenturen sie per E-Mail, stellen sie in Online-Presseportale ein oder teilen sie über Social-Media-Kanäle. Also ein Hoch auf die Pressemitteilung!

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Ich nehme an, dass ein paar Kollegen beim Lesen dieser Zeilen gleich wissend nicken werden, denn sie haben sich bestimmt auch schon einmal in der folgenden Situation befunden.

Man steht irgendwo (auf einer Messe, einem Kundenevent oder auch nur beim Bäcker) und kommt mit einem bislang unbekannten Mitmenschen ins Plaudern. Es dauert nicht lange bis sich das Gespräch um die jeweiligen Berufe zu drehen beginnt und dann geht der Dialog in etwa so:

„Und was machen Sie beruflich, wenn ich fragen darf?“

„Sie dürfen, Sie dürfen! Ich arbeite in einer PR-Agentur im schönen Herzen Münchens.“

„Ach, Sie machen Werbung.“

„(...)“

Ab dieser Stelle ist der weitere Gesprächsverlauf schwer vorherzusagen und hängt stark vom jeweiligen Tagesgemüt des PR-Menschen ab. Klar ist nur, dass in den allermeisten Fällen (Er)Klärungsbedarf besteht und zwar darüber, was PR eigentlich tut.

Ich will versuchen, mich ganz kurz zu fassen.

PR macht keine Werbung und PR ist nicht gleichzusetzen mit Marketing. Das vorweg. PR versteht sich als Kommunikationskanal zwischen einem Unternehmen und der Öffentlichkeit oder einer bestimmten Zielgruppe. Wir PR-COMler betrachten uns ganz gerne als Aufklärer. Wir helfen Unternehmen, ihre Produkte bekannt zu machen und deren Nutzen zu erklären, ihnen (den Firmen) ein Profil und ein Gesicht zu geben und ihr Fachwissen mit der interessierten Öffentlichkeit zu teilen.

Manchmal für Außenstehende (und gelegentlich auch für unsere Kunden) schwer zu fassen, ist die Tatsache, dass wir nichts verkaufen. Veröffentlichung für entsprechende Gegenleistung – das funktioniert bei uns nicht. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir die Zielgruppen unserer Kunden niemals direkt adressieren, sondern dass wir Informationen und Inhalte stets für einen ganz bestimmten Kreis aufbereiten: die Presse. Die Journalisten allein entscheiden, ob eine Neuigkeit oder ein Text es wert ist, wiederum mit ihren Lesern, und damit den Zielgruppen unserer Kunden, geteilt zu werden.

Wie wir das genau anstellen, worauf wir bei unserer täglichen Arbeit achten müssen und welche Stolpersteine sich uns manchmal in den Weg stellen – das sind Details, auf die meine Kollegen in diesem Blog schon in der Vergangenheit öfter eingegangen sind und die sie sicher auch künftig beschreiben werden.

Aber eines halten wir fest. Nein, PR ist keine Werbung und Äpfel sind keine Birnen.

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Über die Praktiken mancher Pressestellen kann man sich wirklich nur wundern. So habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich kürzlich über diese Headline gestolpert bin:

„199,20 Euro für eine Frage zur Middelhoff-Kaution“
(Handelsblatt Online, 27. April 2015)

Im Zuge seiner Recherchen zu einem Artikel über Deutschlands zweitbekanntesten Freigänger wollte ein SPIEGEL-Redakteur sich die Information bestätigen lassen, dass die Hamburger Marseille-Kliniken bereit seien, eine Kaution für Thomas Middelhoff zu stellen, damit dieser aus dem Gefängnis frei kommt. Hierfür ließ er der Pressestelle des Unternehmens einige Fragen zukommen.

So weit so üblich.

Die Marseille-Kliniken sahen sich jedoch nicht veranlasst, diese Fragen einfach so zu beantworten (oder zu ignorieren), sondern schickten dem SPIEGEL einen Kostenvoranschlag für deren Beantwortung.

„Für die Beantwortung der Anfrage, Recherche“ sowie die „Auswertung von Unterlagen“ veranschlagte das Unternehmen 148 Euro. Zudem berechnete es eine „Schreibgebühr“ von 20 Euro. Inklusive Mehrwertsteuer ergab sich ein Gesamtpreis von 199,20 Euro (…).
(Auszug aus Handelsblatt Online, 27. April 2015)

Ja, ich habe mich gewundert. Auch noch als ich ein paar Tage später die Stellungnahme des Gründers und aktuellen Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Marseille gelesen habe, der die ganze Aufregung nicht verstehen kann.

„Warum sollen wir Fragen beantworten, die uns nicht betreffen, uns aber Arbeit machen? Und warum sollen wir das umsonst machen?(…) Hätte der Spiegel 199,20 Euro bezahlt, hätte er eine Zeitungsente vermeiden können. Das ist doch ein guter Preis für wahre Berichterstattung“
(Auszug aus Kress.de, 29. April 2015)

Auch eine Logik.

Aber ein Gutes hat die ganze Sache: Bisher wusste ich nur, dass die Wahrheit ihren Preis hat. Jetzt kenne ich die exakte Summe.

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