Presseauftritt

Wir hatten immer irgendwie das Gefühl, dass die Branche, die wir beraten (also die ITK-Branche), bei Marketing und PR dem Rest der Welt hinterherhinkt. Vor allem die Websites der ITK-Unternehmen erschienen uns mehr schlecht als recht gepflegt. Das wollten wir genauer wissen und haben zum Vergleich die Presseseiten der hundert größten deutschen Unternehmen im Internet unter die Lupe genommen. Dort sind so gut wie alle Branchen vertreten.

Alles in allem sehen die Auftritte professionell aus, aber es gab auch überraschend oft heftige Lücken: die Schwarz-Gruppe etwa hat offensichtlich überhaupt keinen Webauftritt; die Airbus-Group nur einen englischsprachigen; Aldi-Süd einen reduzierten „Discounter“-Auftritt mit lediglich einer einzigen E-Mail-Kontaktadresse und sonst gar nichts. Auch andere haben keinen deutschsprachigen Pressebereich. Man fragt sich: wie ticken diese Unternehmen? In welchem Universum leben sie, um im Zeitalter von Internet und Social Media mit den Medien NICHT proaktiv über das Internet zu kommunizieren?

Andere Unternehmen wie Ford oder Porsche verlangen nach einem Journalisten-Login. Warum? Wir finden das unzeitgemäß und lästig.

Bei Südzucker und Lekkerland gibt es monatelang keine neuen Presseinformationen. Wie kann das sein: hat ein Milliarden-schweres Unternehmen den Medien nicht öfter etwas mitzuteilen? Oder gibt es irgendwo einen Geheimzugang für Geheiminfos? 

Auch scheint das Bewusstsein für multimediale Inhalte bei vielen Pressestellen nicht sonderlich stark ausgeprägt zu sein: nur 78% der untersuchten Unternehmen verfügen über eine Mediathek, gerade mal die Hälfte offeriert Videomaterial. Innerhalb einzelner Presseinformationen bieten nur 44% Bildmaterial an, nur 10% verlinken darin auf korrespondierende Social-Media-Inhalte.

Wirklich geschockt hat uns aber die Tatsache, dass nicht einmal die Hälfte der hundert größten deutschen Unternehmen den mobilen Aufruf ihrer Presseseiten unterstützt. Journalisten (die ja nicht gerade selten unterwegs sind) und andere User müssen sich also mit winzigen Schriften und völlig unübersichtlichen Websiten auf ihren Smartphones und Tablets herumärgern. Wie zeitgemäß ist das denn?

Natürlich gibt es auch viel Positives zu berichten. Im Detail ist das alles nachzulesen in unserem Whitepaper, das jeder hier abrufen kann.

Unsere Erkenntnis nach der Studie: Nicht nur ITK-Unternehmen müssen noch viel dazulernen; auch andere Branchen machen nicht alles richtig und haben Nachholbedarf.

Hier also einige Empfehlungen an die Kommunikationsprofis da draußen:

1. Wir leben im Zeitalter intensivster Web- und Social-Media-Kommunikation. Wer nicht mitmacht, verliert – zumindest bei Wahrnehmung und Image

2. Mobilität ist Trumpf, und bei Journalisten Alltag. Die Unterstützung von mobilen Devices ist Pflicht

3. Multimedia ist nicht mehr wegzudenken. Liebe Kommunikationsprofis, bietet mehr Bilder und (gutgemachte!) Videos an

4. News ändern sich im Minutentakt. Schnelligkeit und Aktualität sind gefragt

5. KISS: Keep it short and simple. Niemand will mehr ellenlange Texte lesen – die sind in Background-Informationen besser aufgehoben als in Presseinformationen. Überladene und unübersichtliche  Inhalte, bei denen sich die Designabteilung ausgetobt hat, sind auch nicht mehr zeitgemäß (hallo Adidas!). Kommunikations-Zen ist angesagt.

6. Ein freundlicher Ansprechpartner ist doch schon die halbe Miete. Schnelle Kontaktdaten im Pressebereich sind hilfreich. Foto kann auch nicht schaden

7. Und wie immer: Strategie, Strategie, Strategie. 
 

menuseperator
Presseauftritt abonnieren