Future of Work

Die Experten sind sich einig: Die Digitalisierung ist ein Muss und vor allem in Deutschland hinken Firmen noch hinterher. Es stimmt schon, dass Unternehmen insgesamt mutiger sein müssen, aber mit dem Prinzip „mit dem Kopf durch die Wand“ wird niemand Erfolg haben. 

Ein schönes Beispiel, wie die Digitalisierung fehlschlagen kann, kommt aus den USA. Die Fastfood-Kette CaliBurger wollte Mitarbeiter durch Roboter ersetzen. So kam „Flippy“ (von „to flip“ – wenden) zum Einsatz, der geschätzt ungefähr 60.000 Dollar gekostet hat. Als Grund nannte CaliBurger, dass insgesamt zu viel Personal zu schnell kündigen würde und mit Flippy ein langfristiger Mitarbeiter eingestellt werden sollte. Seine Aufgabe: 

„Flippy sollte Bestellungen entgegennehmen, Burgerbratlinge auf dem Grill wenden und sie auf die vorbereiteten Burger legen. 150 Burger pro Stunde sollte Flippy auf diese Weise schaffen und könnte mit seiner Arbeit Dutzende Mitarbeiter ersetzen, so die turbokapitalistische Ratio.“ (Quelle: Die Welt vom 6.04.2018) 

In der Theorie klingt das gut – in der Praxis hat das nur leider gar nicht funktioniert. Tatsache war, dass Flippy den restlichen Angestellten mehr Arbeit gemacht oder sie überfordert hat. Denn Flippys Kollegen mussten ihm zum Beispiel die Burgerbrötchen millimetergenau hinlegen. Ansonsten wäre das Fleisch daneben gelandet. Sie mussten nicht nur genauer arbeiten als früher – was mehr Zeit in Anspruch nahm –, sondern sie konnten den Roboter auch nicht bedienen. Das Ganze ist ziemlich ironisch, da der Einsatz eines Roboters für mehr Effizienz sorgen sollte. 

Zumindest hat CaliBurger schnell gemerkt, dass das Projekt gescheitert war, denn Flippy konnte nach nur einem Arbeitstag seine Uniform wieder zurückgeben. 

Das Beispiel zeigt, dass Unternehmen nicht planlos voranpreschen sollten. Ohne durchdachte Strategien, Testphasen und Analysen geht es am Ende dann doch nicht. Ob Flippy demnächst an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wird, werden wir sehen. Ansonsten geht er am Ende als teuerster Angestellter in die Firmengeschichte ein. 

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