GAIA-X: der Erfolg ist ungewiss

München,
19. February 2020

GAIA-X: der Erfolg ist ungewiss

STATEMENT 
von Dr. Gero Decker, CEO und Mitgründer von Signavio

GAIA-X zeigt eines in aller Deutlichkeit. Europa hat in der Internet- und Cloud-Ära in vielen Dingen den Anschluss verpasst, was Politiker jetzt schmerzlich registrieren. Es stellt sich die Frage: Brauchen wir GAIA-X überhaupt? Die Antwort ist nicht einfach. Initiativen und Projekte wie GAIA-X sind prinzipiell gut und sinnvoll, aber sie dürfen nicht um jeden Preis erfolgen. 

In der Vergangenheit hat es Europa verpasst, transformative neue digitale Services auf den Weg zu bringen, etwa Suchmaschinen oder soziale Netzwerke. Vielfach wurde propagiert, dass die europäische Antwort lauten muss: Schaffung eines europäischen Google und Aufbau eines europäischen Facebooks. Doch wie schaut die Realität aus: Haben wir ein europäisches Google oder europäisches Facebook? Die Antwort ist offensichtlich nein. Und auch ein kurzfristiger Aufbau eines rein europäischen AWS etwa dürfte wohl auch mehr als unrealistisch sein. 

Natürlich ist der Aufbau einer europäischen Daten-Cloud und einer vernetzten Dateninfrastruktur ein guter Gedanke, aber die Anfangsschwierigkeiten des Projekts mit den bereits bestehenden Zeitverzögerungen zeigen schon die Komplexität des Vorhabens. Und wenn man die ungeheure Anzahl der Projektbeteiligten – von US-Unternehmen wie AWS, Google oder IBM bis hin zu deutschen Großunternehmen wie Bosch, SAP oder Siemens – in Betracht zieht, die jeweils eigene Vorstellungen und durchaus auch ökonomische Interessen verfolgen, bleibt Skepsis angebracht, dass sich kurz- oder selbst mittelfristig bereits Erfolge einstellen. 

Wesentlich wichtiger wäre es, dass Europa Regelungen und Rahmenbedingungen – nicht nur rechtliche, sondern auch ethische – für die Konzeption und Nutzung von digitalen Services schafft, die europäischen Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext sichern. Schließlich kann Europa aufgrund seines Wertesystems auch nicht einfach beginnen, nicht-europäische Dienste zu blockieren, wie dies in anderen Ländern schon Realität ist. 

Europäische Champions entstehen nur, wenn hier innovative und wettbewerbsfähige digitale Services entstehen, die vom Markt auch entsprechend nachgefragt werden. Wie die Politik helfen kann: zum Beispiel durch eine ambitionierte Agenda für eine digitale Verwaltung, wobei die Aufträge gerne an innovative europäische Anbieter vergeben werden. Mit starken digitalen Playern in Europa bräuchten wir auch kein GAIA-X. 

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