Open Human Resources: Enabler statt Verwalter

München,
4. August 2020

Open Human Resources: Enabler statt Verwalter

Von Emilie Ilian, Senior Manager, People EMEA bei Red Hat

Die Personalarbeit hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte grundlegend gewandelt. Natürlich gehören administrative Tätigkeiten, wie die Lohnbuchhaltung, Vertragsgestaltung oder Austrittsabwicklung, nach wie vor zu den klassischen Aufgaben. Allerdings lassen sich heute diese HR-relevanten Kernprozesse durch digitale Tools optimieren und automatisieren. Durch den geschaffenen Freiraum kann der Fokus wieder auf das gelenkt werden, was im Personalwesen von ganz besonderer Bedeutung ist: die menschliche Komponente und die zwischenmenschliche Kommunikation – beides profitiert von einem offenen Austausch, der erst den Wandel der HR-Abteilung vom Verwalter zum Enabler möglich macht.  

Bei Red Hat werden die Prinzipien von Open Source – offener Austausch von Ideen, Transparenz und Meritokratie – in allen Abteilungen und damit auch im HR-Team gelebt. In einem solchen Arbeitsumfeld wird Vielfalt geschätzt und zu unterschiedlichen Meinungen ermutigt. Ein gutes Beispiel ist die „Memo List“, Red Hats internes Kommunikationstool. Im Grunde ist es eine riesige E-Mail-Liste, in die sich jeder Mitarbeiter einträgt. Jeder kann darüber Feedback geben, Informationen austauschen, aber auch Kritik üben. Und genau wie bei Open-Source-Software gewinnen die besten Ideen. Probleme werden so ans Licht gebracht und andere können einspringen, um Vorschläge zu machen und Details hinzuzufügen. Dieser ständige Dialog mit den Mitarbeitern ist in der Personalarbeit, das muss man ehrlicherweise sagen, nicht immer der einfachste Weg – etwa wenn gesetzliche Aspekte, die nicht geändert werden können, in Frage gestellt werden. Der deutsche Gesetzgeber akzeptiert beispielweise nun einmal keine eingescannte Unterschrift. Trotzdem ist es entscheidend, immer ein offenes Ohr für Vorschläge und Kritik zu haben. Erst der enge, direkte Kontakt zwischen Mitarbeitern und HR-Team hilft, gemeinsam die beste Lösung zu finden.

Sicher ist jedenfalls: Personalarbeit ist keine nachgelagerte betriebliche Teilfunktion mehr. Sie muss vielmehr als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie verstanden werden. Der HR kommt damit die Aufgabe zu, Innovationsprozesse anzuregen, Potenziale zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Bürokratismus sowie das Festhalten an traditioneller Firmenkultur, in der es zwischen Mitarbeitern und Personalverantwortlichen nur wenige Anknüpfungspunkte gibt, sind überholt: Führungskräfte sollten sich von ihrer lieb gewonnenen Rolle als Alphatiere verabschieden. Denn HR-Arbeit muss vielmehr eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein. 

Natürlich ist der Wandel der Personalabteilung vom Verwalter zum Enabler nicht ein Alleinstellungsmerkmal von Red Hat. Aber so wie Open-Source-Software von der Kommunikation, Zusammenarbeit und Kreativität aller Beteiligten lebt, werden in einer offenen Organisation Veränderungen als Chance gesehen, um immer wieder etwas zu versuchen und Anpassungen vorzunehmen. Die Aufgabe aller Führungskräfte ist es, die Leidenschaft der Mitarbeiter auf ein Ziel hin zu kanalisieren, sie in Entscheidungsprozesse einzubinden und ihre Ideen zu fördern. Diese Meritokratie erhöht das Zugehörigkeitsgefühl und damit die Mitarbeiterbindung.

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